Eine lange Bank, eine verbindende Geste, ein gemeinsames Projekt, für die Gütersloher, für die Anwohner.

Zum Verweilen, zum Begegnen und Kommunizieren, zum Besinnen und Nachsinnen. Zum Sitzen und Besetzen.

 

Jürgen Pukies

28. April 2007

 
 

Mit der Bitte seitens der Stadt Stiftung Gütersloh, ein Sitzobjekt für die Gütersloher zu entwickeln, besichtigte ich im April 2006 den dafür vorgegebenen Standort, den alten Kirchplatz vor der Apostelkirche in Gütersloh.

„die Bürgerbank“

eine Sitzskulptur für Gütersloh

Projektskizze 2006-2007

Gleichzeitig musste ich weitere Kriterien mit in die Planung einbeziehen.


Es sollte ein Sitzobjekt für den Gütersloher Bürger entstehen, das nicht nur „besetzt“ werden kann.

Die Bürger sollen zu einem konzeptionellen Teil der Bank werden.


Durch Erwerb und Hinzufügen von Einzelteilen, die jeweils den Namen der Stifter tragen, entwickelt sich eine Sitzskulptur, die in der Summe für die Gesamtheit und Gemeinschaft der Bürger steht.

Auf der Suche nach einem geeigneten Material entschied ich mich für Edelstahl und entwickelte eine Lamelle für die Sitzgestaltung, die mit der Wahl des Materials, dessen Oberfläche, der Form und dem hauchfein eingravierten Namen des Stifters, ihren Bedeutung erhält.


Die dynamische Form symbolisiert das Leben mit all seinen Facetten. Schwungvoll, glänzend und zeitlos schwebt sie über dem Monolithen.


Als Einzelteil ist die Lamelle bereits ein kleines Objekt. Ein eigenes Kunstobjekt. Durch Zusammen-fügen von mehreren Teilen entstehen kleine Sitzgruppen und in der Summe von 220 Edelstahlelementen eine großartige Sitzskulptur.


Auf dem alten Kirchplatz mit seiner Historie, den Geschichten der ehemaligen Gütersloher und ihren Spuren, die sie in dieser Stadt hinterlassen haben, wirkt ein 14.70 m langer Betonmonolith ein.


In Form und Farbe wiederholt er die Typologie der alten Fachwerkhäuser und interpretiert diese. Er bildet die Basis für die Sitzskulptur und definiert den Raum, den sie einnehmen wird.


Der anthrazitfarbene Betonmonolith bildet die Basis. Er schafft eine Verbindung zwischen dem Vergangenen und dem Gegenwärtigen.


Er formuliert in seinem Minimalismus Ruhe, Konstanz und Würde.


Er steht für die Bedeutung des Übermittelns und des Weiterleitens von Informationen und Wissen an nachfolgende Generationen und der Spuren, die Menschen zu Lebzeiten dem Stadtraum eingeprägt haben.


Aus diesen Spuren formuliert sich eine Kultur, eine Stadt, eine Bevölkerung. Der Nachlass, das Vermächtnis, die Hinterlassenschaft der Vorfahren bilden die Grundlage neuer Ideen, die wir den zukünftigen Generationen zur Verfügung stellen werden.

Während der Begehung des Platzes und meiner nachfolgenden Recherche war es mir wichtig, ein Verständnis für den Ort zu entwickeln und vor allem seine einzigartige Historie, unter Berücksichtigung des heutigen Bodendenkmals, dem ehemaligen Friedhof der Apostelkirche, mit in dem Entwurf einfließen zu lassen.  

Der Standort ist so gewählt, dass der Besucher nach Süden schauend die Kirche, die historische Bebauung und den Kirchplatz mit einem Blick erfassen und sich von dieser Atmosphäre zu einem Gedankenaustausch mit diesem Ort einlassen kann. 

Auf der Rasenfläche des Kirchplatzes wird die Skulptur nur durch einen schmalen Streifen schwarzer Basaltschüttung reduziert eingefasst.

Der Monolith

Die Position

Die Vorgaben

Die Lamelle

„die Bürgerbank“ ist ein Ausdruck des Respekt, der Würdigung des Schaffens der Menschen dieser Stadt.

Ein Ort der Besinnung. Ein Ort der Zusammenführung. Ein Zeichen für das Leben.

Der alte Kirchplatz mit seinem Bodendenkmal, dem alten Friedhof, bildet einen Knotenpunkt, an dem sich die geistigen Spuren von Vergangenheit und Gegenwart begegnen. Die Skulptur  „Bürgerbank“ nimmt diese beiden Spuren in sich auf, fügt sie zusammen und vermittelt durch ihre Erscheinung in Größe, Form und Material dieses bedeutungsvolle Zusammentreffen.

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